Rico Brunner Blog | Audio-Podcast

Auslöser von Ängsten sind meist seelische Verletzungen. Diese gilt es zu lösen.

Rico Brunners Strategie im Umgang mit Ängsten ist, wenn er Unsicherheiten spürt, sich diesen direkt zu stellen. Dabei ist wichtig, seine Ängste nicht überzubewerten, sondern lösungsorientiert hinzuschauen. Meine Strategie dabei ist: ich versuche, wenn ich so Ängste oder Unsicherheiten spüre, mich diesen direkt anzunehmen, diese nicht überzubewerten, sondern eher lösungsorientiert hinzugehen, zu schauen: Okay, warum habe ich Angst?

Mit bildlichen Vergleichen und praktischen Beispielen erklärt er, wie sich Ängste im Energiefeld zeigen und wie er mit der Energiefeldmechanik daran arbeitet.

Im Umgang mit Ängsten macht es nach Brunner Sinn, sich unterstützen zu lassen, indem die Energien gestärkt werden und dass die eigene Kraft aktiviert wird. Es wird zweigleisig gearbeitet. Einerseits wird die innere Stärke aufgebaut, auf der anderen Seite aber auch versucht zu üben, sich den Ängsten in entsprechenden Dosen zu stellen, um so wieder in die eigene Kraft zu kommen.

Du hast also für dich eine Strategie entwickelt?

Meine Strategie ist: Ich versuche, wenn ich so Ängste oder Unsicherheiten spüre, mich diesen direkt anzunehmen, diese nicht überzubewerten, sondern eher lösungsorientiert hinzugehen, zu schauen: Okay, warum habe ich Angst? Was ist die Lösung, dass ich keine Angst mehr habe und mich somit eigentlich um die Lösung kümmere und nicht um die Angst in dem Sinn. So kann man Ängste und Unsicherheit in der Regel relativ schnell lösen. Das hat für mich sehr viel mit Übung zu tun. Ich mache das schon jahrelang, weil ich in meiner Jugend und in meinem früheren Erwachsenenleben gelernt habe, wenn ich mich meinen Ängsten stelle, habe ich einfach für mich ein besseres Lebensgefühl.

Was sind die Voraussetzungen für dich, dass das gelingen kann?

Ich glaube, die wichtigste Voraussetzung, um mit Ängsten umgehen zu können ist, dass man genügend stark ist, diese Ängste zu bewältigen. Sonst wird man von den Ängsten bewältigt und kommt dann in eine massive Überforderung hinein.

Wie zeigt sich das für dich im Energiefeld, dass jemand Angst hat?

Wenn jemand grosse Angst hat, dann merkt man im Energiefeld eine sehr starke Überforderung. Man merkt, dass das Energiefeld in einer massiv defensiven Grundhaltung ist. Das ist vergleichbar mit den Seeanemonen, die im Meer sind: Kommt ein Fisch in die Nähe oder möchte man sie berühren, dann ziehen sie sich innerhalb von Millisekunden zurück in ihre Höhle. Unser Energiefeld reagiert ähnlich. Hat man Ängste, ist man angespannt, zieht sich zurück und möchte davonlaufen. Das ist eigentlich nur ein Überforderungsreflex, wo man versucht, sich selbst zu schützen.

Wie arbeitest du mit jemandem, wenn du diese Situation antriffst?

Wenn ich die Situation antreffe, dann schaue ich zuerst immer ursächlich: Warum entstehen die Ängste? Und das ist meistens, oder eigentlich in allen Fällen, darauf zurückzuführen, dass man verletzt wurde, dass man durch diese Verletzungen in eine defensive Grundhaltung hineingekommen ist und sich dann diese defensive Grundhaltung über die Jahre entwickelt hat. Und vielleicht dann auch später noch weitere Verletzungen hinzugekommen sind. Und da ist es wichtig, mit den Energien zu arbeiten, dass man diese Verletzungen löst. Es ist nicht unbedingt wichtig, dass dem Klienten bewusstwird, warum er verletzt wurde und wie es sich auswirkte. Ich bin da pragmatisch. Es ist eher zielführender, wenn man diese Verletzungen löst, darüber nicht zu stark spricht, weil es durch das Sprechen eigentlich oft zu einer Retraumatisierung kommt. Auch wenn die Klienten dann das Gefühl haben, das es ihnen viel gebracht hat. Im Energiefeld sieht es dann eher aus, dass sich die Verletzungen nochmals manifestiert haben durch das Bewusstwerden.

Es ist vielleicht auch die Angst, wieder das Gleiche zu erleben?

Also grundsätzlich ist es so, dass Angst grundsätzlich immer auf Erfahrung beruht. Das heißt, wenn ich eine negative Erfahrung gemacht habe, eine Verletzung erlebt habe, die mich überfordert hat, dann will ich das nicht mehr erleben. Und dann habe ich in ähnlichen Situationen auf einmal Angst, dass sich das wiederholt. Dies sind sehr unbewusste Dinge, die ablaufen, je mehr Verletzungen und Ängste ich erlebt habe, desto mehr komme ich an einen Punkt, wo ich beginne, vor immer mehr Dingen Angst zu haben, weil die Häufigkeit der Verletzung so groß gewesen ist, dass ich befürchte, bei allem verletzt zu werden. Und da muss man diese Verletzungen mit lösen. Man muss schauen, dass sich das Energiefeld selbst heilen kann, dass die Reparatur stattfindet, parallel aber auch schauen, dass die Widerstandsfähigkeit steigt. Damit man dann aber auch Kraft hat, diesen Ängsten zu begegnen.

Gibt es hierzu Aufgaben oder Übungen, die jemand machen kann, um im Alltag besser damit zurechtzukommen?

Ja, das gibt es. Das sind simple, unscheinbare Übungen. Es geht prinzipiell darum, sich in Minidosen dieser Angst zu stellen. Es geht darum, sich zuerst kleineren Ängsten zu stellen, ohne dass man sich dabei überfordert, eher, dass man sich unterfordert. Damit man eine leichte Gewohnheit entwickelt, sich seinen Ängsten zu stellen. Und irgendwann, wenn man das ein paar Wochen, ein paar Monate macht, beginnt da eine Dynamik. Man beginnt Sicherheit aufzubauen und kann dann eigentlich immer größeren Ängsten begegnen und so eigentlich langsam wieder in die eigene Stärke hineinzukommen. Wo das aber nicht funktioniert, ist bei Menschen, die stark traumatisiert sind oder die massiv in der Überforderung, in den Ängsten drin sind. Da reicht das allein nicht aus.

Wie arbeitest du mit solchen Menschen, die wirklich stark traumatisiert sind?

Ich glaube, da ist wirklich wichtig, die Energiefeld-Instandsetzung, die in den Fokus zu stellen, dass man die Funktionsstörung, die Verletzungen löst, daran arbeitet, dass der Mensch überhaupt an den Punkt kommt, wo er selbst wieder den Schritt zurück ins Leben machen kann. Also es ist eigentlich eine zusätzliche Unterstützung, Rückenwind, damit der Mensch durch die Selbstheilung mehr Kraft bekommt, weniger Ängste aufbaut und so dann eigentlich die Kraft hat, aus eigener Kraft die Ängste zu überwinden. Was man sicher sagen kann, das ist etwas, was wirklich Zeit braucht. Das geht in der Regel nicht innerhalb von eins, zwei, drei, vier, fünf Monaten, wenn jemand wirklich Ängste hat.

Und wie kann das persönliche Umfeld hier unterstützend wirken?

Ich glaube, das Wichtigste ist dabei, dass das Umfeld diese ernst nimmt, dass auch Ängste von jemandem, die man selbst nicht teilt oder nicht versteht, dass man diese nicht in Frage stellt. Es spielt keine Rolle, ob die Angst gerechtfertigt ist oder nicht. Wenn sie da ist, dann ist sie da.
Und in dem Moment, wo man das ernst nimmt und dieses Ernst nehmen dem Gegenüber auch mitteilt, dann kann er sich auf darauf verlassen.

Dann fühlt er sich nicht bedroht, weil man sich mit der Angst solidarisiert, sondern mit ihm solidarisiert. Und das gibt dann eine Stabilität. Mir fällt da eine Geschichte aus der Praxis ein, wo ich eine Frau begleitet habe mit sehr starken Ängsten. Die konnte sich nur etwa zehn bis zwanzig Kilometer vom Wohnort entfernen. Wenn sie weiter wegging, hat sie Angst bekommen, panische Angst. Und da habe ich auch mit ihr zuerst gearbeitet, dass ich die seelischen Verletzungen gelöst habe, daran gearbeitet, dass sich diese heilen können, damit sie weniger Stress hatte, und gleichzeitig die innere Stärke aufgebaut. Und dann konnte sie sich mit der Zeit mit dem Auto weiter von zuhause entfernen.

Und dann kam der Punkt, wo sie das begonnen hat, zu trainieren. 30 Kilometer, gutes Erlebnis gehabt, 40 Kilometer, 50 Kilometer, dann irgendwann hat sie eine Freundin eingeweiht und die Freundin hat sie verstanden, hat diese Ängste ernst genommen und hat dann mit ihr zusammen geübt, bis sie irgendwie so weit war, dass sie gesagt hat: „Okay, wir fahren nach Italien für ein Wochenende und ich schlafe auswärts“, obwohl sie Angst gehabt hat. Weil ihre Freundin dabei war, die gesagt hat: „Weißt du was, wenn es dir nicht gut geht, können wir jederzeit umdrehen und nach Hause fahren. Ich nehme deine Angst ernst.

Und so konnte sie es überwinden, weil sie jemand an ihrer Seite gehabt hat, der die Angst ernst genommen hat, aber natürlich sie auch motiviert hat, diese Angst zu überwinden.

Was sind jetzt abschließend deine Empfehlungen, dass das erfolgreich sein kann, sich eben seinen Ängsten zu stellen?

Kontinuität ist der Schlüssel auch in diesem Bereich. Sich nicht überfordern, nicht das Gefühl haben, dass man alle Ängste innerhalb von einer Woche wegbringt. Ich glaube, jeder, der starke Ängste hat, wäre diese am liebsten von einer Sekunde auf die andere los. Das wird nicht funktionieren. Und wenn man kleine Schritte macht, und bei der Angst ist es sehr wichtig, dass man sich eher unterfordert als überfordert, dann kommt man in eine Gewohnheit hinein.

Es macht sicher auch Sinn, sich da unterstützen zu lassen, indem dass die Energien gestärkt werden, dass die eigene Kraft aktiviert wird, dass man da zweigleisig arbeitet. Auf der einen Seite die Stärke aufbaut, auf der anderen Seite aber versucht, zu üben, sich diesen Ängsten in entsprechenden Dosen zu stellen, um so wieder in die eigene Kraft zu kommen.

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