Rico Brunner Blog | Audio-Podcast

Ein Burnout kommt nicht vom Arbeiten

Die Ursachen von Burnout können innere Einflüsse sein, dass jemand nicht gut mit seinem Energiehaushalt umgehen kann oder äussere Umstände, dass z.B. die Lebensumstände durch viel Stress prekär sind. Wichtig ist, die Erschöpfung zu akzeptieren. So kann sich das Energiefeld wieder entspannen und eine Heilung erfolgen. Der Fokus soll dabei auf eine Verhaltensänderung gelegt werden.

Welche von Deinen Aussagen erstaunt Menschen am meisten?

Ich glaube, dass ein Burnout nicht vom Arbeiten kommt und dass die Erschöpfung nichts damit zu tun hat, dass man zu viel gibt, sondern das ist dann eigentlich mehr die Auswirkung, die Folge, die logische Konsequenz.

Rico, wie zeigt sich für Dich ein Burnout?

Ein Burnout hat viele Aspekte. Für mich gibt es verschiedene Stufen von Burnout. Man wacht auch nicht einfach damit auf, sondern man ist im Vorfeld leicht erschöpft und kann sich nicht mehr so gut regenerieren.

Was sind mögliche Ursachen eines Burnouts?

Ich gehe nicht optimal mit meinem Energiehaushalt aus und verbrauche mehr Energie als ich gewinne. Oder ich muss sehr viel arbeiten und kann nicht richtig damit umgehen – wie ein Motor, der immer auf Vollgas läuft und dann bricht.

Wann ist es ein Burnout und wann eine Depression?

Ein Burnout kann im Erleben eine Erschöpfungsdepression sein, aber nicht in der Ursache. Wenn ich die Kraft nicht mehr habe aufgrund einer Erschöpfung, ist es klar, dass ich dann depressive Symptome habe.

Sind die Ursachen immer seelischer Natur?

Es gibt Burnouts, die körperlicher Natur sind. Wenn das System aber überdreht, kann es irgendwann eine Ermüdung geben. Ganz wichtig ist dabei: Ein Burnout entsteht nicht durch die Belastung, sondern mit dem Umgang, der nicht optimal ist und zu einer Ermüdung führen kann.

Viele Leute haben das Gefühl, sie seien einfach überarbeitet und hätten deshalb ein Burnout. Wie siehst Du das?

Es gibt Leute, die scheinbar unzerstörbar sind, die viel arbeiten und nicht in ein Burnout reinlaufen und solche, die ebenfalls viel arbeiten und in ein Burnout kommen. Menschen, die ein Burnout erleiden, verlernen auf ihrem Weg irgendwann, sich zu regenerieren, und können den Umgang mit der Arbeit und dem Privaten nicht mehr richtig steuern, sondern der Stress potenziert sich immer mehr. Ein Burnout bekommt man also mehr vom Umgang und weniger von der Arbeit.

Braucht es bei einem Burnout in jedem Fall Medikamente?

Der Weg aus einem Burnout führt über eine Verhaltensänderung. Bei einem leichten oder mittleren Burnout kann die Regeneration allenfalls mit Naturprodukten unterstützt werden. Es gibt aber Menschen, die ein so starkes Burnout haben, dass sie um Medikamente nicht herumkommen. Allerdings werden die Probleme durch Medikamente gedämpft, was bewirken kann, dass das Problem nicht gelöst, sondern aufgeschoben wird.

Wie zeigt sich für Dich ein Energiefeld, wo du daraus schliesst, dass es um ein Burnout geht?

Dann, wenn die Energiefelder so müde und schlaff sind, dass sie keine Energie mehr aufnehmen können – also wie jemand, der Durst hat, aber keine Kraft zu trinken. Das beschreibt ein Burnout.

Wie kannst Du hier Unterstützung bieten?

Ich arbeite vor allem daran, dass die Energiefelder wieder besser und mehr Energie aufnehmen können. Und dann schaue ich, welches Verhalten im Energiefeld zur Erschöpfung geführt hat: Sind es Unsicherheiten, sind es seelische Verletzungen, ist das Selbstwertgefühl dafür verantwortlich – wo liegt die Ursache dafür, dass man aufgehört hat, zu den eigenen Energieressourcen zu schauen. Diese Bereiche gilt es zu stärken und instand zu setzen, dass es dadurch eine natürliche Veränderung des Verhaltens bewirkt.

Ist es unabdingbar, sich krankschreiben zu lassen? Viele Leute empfinden das als Niederlage.

Bei einer leichten bis mittleren Erschöpfung empfehle ich, weiterhin zu arbeiten und herauszufinden, wie man arbeiten muss, dass man nicht erschöpft ist. Hier helfen Minipausen, d.h. dass ich pro Stunde fünf bis 10 Minuten Pause mache, damit ich nicht ins Überdrehen komme. Es sind die kleinen Dinge, die man verändern muss im Leben, damit nicht in eine Erschöpfung kommt und nicht die grossen. Die grossen Auszeiten führen nicht dazu, dass man das Verhalten ändert.»

Wie kann ich an mir arbeiten, dass ich nicht nur mit Auszeiten Symptombekämpfung mache?

Hier gibt es ein gutes Bild: Beim Licht haben wir häufig Dimmschalter. Wenn man im eigenen Leben den Dimmschalter hochdreht, die Dinge ernster nimmt, mehr arbeitet und mehr Stress hat, sollte man versuchen, den Dimmer fünf bis 10 Prozent runter zu fahren und versuchen, sich ein bisschen weniger anzustrengen, weniger zu stressen, sich ein wenig weniger zu bemühen, um aus diesem Stress-Kreislauf herauszukommen. Das-sich-Bemühen löst am Schluss einen Kollaps aus.

Also setzt man sich häufig selbst am meisten unter Druck?

Ein guter Massstab ist, wie man sich am Abend fühlt, wenn man von der Arbeit nach Hause geht. Bin ich erledigt, bin ich zerstört? Wenn ich das bin, dann habe ich logischerweise zu viel gearbeitet. Wenn man sich diese Gewohnheit angeeignet hat, dass man immer zu viel gibt, muss man sich darin üben, weniger zu leisten.

Wenn jemand das Muster hat, das er immer zu viel gibt, ist eine Verhaltensänderung schwierig: Wie kann man hier einen entspannten Umgang damit finden?

Ich vergleiche die Energie sehr gerne mit Geld: Wenn ich mehr Geld ausgebe, als ich einnehme, habe ich irgendwann ein riesiges Problem. Und wenn ich mehr Energie brauche als ich selber produziere, dann habe ich faktisch irgendwann keine Energie mehr zur Verfügung und bin in einem Burnout. Also muss ich jeden Tag schauen, dass ich nicht mehr Energie verbrauche als ich selbst produzieren kann und gleichzeitig zulassen, dass ich ab und zu viel arbeite und auch müde sein darf.

Kann es sich auch darin zeigen, dass man Mühe hat, nein zu sagen, sich zu viel auflädt?

Das kann sein, aber man kann auch in ein Burnout kommen, weil man von sich aus immer «Ja» sagt, ohne gefragt zu werden. Wichtig ist, dass es nicht DEN Grund gibt für ein Burnout und somit sind auch die Wege und Gründe, die in ein Burnout führen, sehr unterschiedlich.

Was sind Deine wichtigsten Tipps, die hier universal funktionieren können?

Wenn man das akzeptiert, das es Zeit braucht, ein Burnout zu überwinden, nimmt man sich Stress weg und heilt schneller. Regeneration und Heilung kann nur stattfinden, wenn das Energiefeld entspannt ist und man zugleich das Verhalten ändert. Ich empfehle, den Fokus auf die Verhaltensänderung legen und nicht nur auf die Regeneration.

Würdest du bei der Regeneration eher «ruhige» Sachen wie Meditieren empfehlen oder ist das sehr individuell?

Es geht darum, Dinge zu machen, welche die Seele nähren. Es nützt nichts, zu meditieren, wenn ich mich dabei nicht wohlfühle. Was man aus meiner Sicht vermeiden sollte, sind alle Dinge, die auszehren, also zum Beispiel Ausdauersportarten. Hier wäre Intervalltraining besser, weil Intervall das ganze System aktiviert und das System nicht übermässig belastet.

Und wie unterstützt Du jemanden zusätzlich – wie muss ich mir das vorstellen?

Ich suche und löse die Ursachen, die verhindern, dass gewisse Bereiche im Energiefeld Energie aufnehmen können, damit die Kraft wieder ins ganze System gelangt, ohne dass sie dann wieder durch falsches Verhalten verbraucht wird. Jemand, der ein Burnout hat ist wie ein Fass, das Löcher hat. Man muss nicht Wasser reinleeren, sondern die Löcher stopfen und reparieren, damit das Wasser im System drinbleiben kann.

Also geht es darum, dass Du jemanden bei einem Burnout unterstützt, dass er in die eigene Kraft kommt und dadurch sich selbst und seine Situation besser reflektieren kann?

Reflexion ist nicht mehr nötig, wenn die Energie wieder ausreichend vorhanden ist. Die Erfahrung zeigt, dass durch die innere Stärke auch das Verhalten geändert wird. Und: Wenn ich ein Problem gelöst habe, habe ich nicht mehr das Bedürfnis, darüber zu sprechen – das erlebe ich übrigens auch häufig in meiner Praxis.

Was sind für Dich die Hauptursachen für ein Burnout und was die «Nothilfe», dass es nicht ein ernsthaftes Problem wird?

Die Ursache für ein Burnout liegt darin, dass man zu wenig zu sich schaut und zu wenig Unterbrüche hat in den Anstrengungen. Hier empfehle ich Minipausen, die bewirken, dass man immer wieder regenerieren kann. Überlegt Euch, wieso ihr erschöpft seid, wieso könnt ihr Euch nicht erholen – und versucht, diese Dinge zu ändern.

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