Rico Brunner Blog | Audio-Podcast

Es ist kein Zufall, dass innere Stabilität glücklich macht

Rico, was macht für dich einen glücklichen Menschen aus und was gehört zum Glücklichsein?

Ein glücklicher Mensch ist für mich jemand, der in seinem Leben steht, an dem Punkt, wo er stehen will. Oder mit dem Punkt, wo er steht, umgehen kann und für sich zufrieden ist und eigentlich auch mit dem zufrieden ist, was er hat.

Es gibt die Redewendung: Glücklichsein, ist nicht ein Zustand, es ist auch eine Entscheidung. Was sagst du dazu?

Das stimmt sicherlich für viele Situationen. Ich glaube aber, es gibt auch Situationen, in denen man nicht glücklich sein kann, obwohl man sich innerlich für das Glücklichsein entschieden hat. Es hat sicher sehr viel mit Einstellung zu tun, die man erlernen oder auch trainieren kann. Und doch gibt es im Leben immer wieder Situationen, in denen glücklich zu sein, nicht möglich ist oder, ich sage mal, nicht ein echtes Glücklichsein.

Ist es denn ein Zustand? Oft wird propagiert: "Sei doch mal glücklich." Das ist wie du sagst, nicht immer so einfach. Was hält uns Menschen denn davon ab?

Aus meiner Sicht gibt es einen grossen Irrtum im Glücklichsein. Nämlich dass man das Gefühl hat, glücklich zu sein, heisst, dass ich immer ein Glücksgefühl habe, dass ich immer Happyness fühle. Die traumhafte Hollywoodszenerie, alles ist immer gut und rosarot, ich bin chillig und alles läuft. Das hat für mich mit Glücklichsein nichts zu tun. Das ist für mich eher, ich sage mal, realitätsfremd. Glücklich zu sein, heisst für mich, dass man mit seinem Leben den Frieden hat, dass man sich wohlfühlt. Und vor allem, dass man dann aber auch mit schwierigen Situationen so umgeht, dass man glücklich bleiben kann. Und ich glaube, es ist ganz wichtig zu sagen, egal, was wir machen, wie wir uns bemühen - es ist normal, dass zum Glück die Tränen und die Trauer dazugehören. Ich glaube, glücklich ist ein Mensch, der mehr glückliche Momente als unglückliche Momente im Leben hat.

Ist es aber nicht doch auch eine Einstellungssache?

Ich sage mal so, eine gute Einstellung löst sicher viele Probleme. Aber für mich gehört zum Glücklichsein vor allem ein starkes Energiefeld dazu. Denn, was nützt mich die beste Einstellung, wenn ich die Kraft nicht habe, diese Einstellung emotional umzusetzen? Wenn ich die Kraft nicht habe, mich wieder zu erholen, wenn ich einen Tiefschlag habe? Dies hat für mich sehr viel mit Energien zu tun. Mir fällt auch auf, dass Menschen, die ich kenne oder die ich begleite und stärkere Energiefelder haben, von der Tendenz her eher glücklicher sind als Menschen, die ein geschwächtes Energiefeld haben.

Wenn ich jetzt in gewissen Bereichen ein nicht so ein starkes Energiefeld habe, wie zeigt sich das für dich?

In Bezug zum Glücklichsein hat das ganz stark damit zu tun, dass wenn eben diese Bereiche betroffen sind im Leben, dass man dort dann eher in die Sorgen hineinfällt, als dass man im Glücklichsein drinbleiben kann. Es kann zum Beispiel sein, dass ich für mich allein zu Hause happy bin, mich gut und wohl fühle und mit meinem Leben umgehen kann. Und wenn ich dann jemanden treffe, der grenzüberschreitend ist und ich da die Kraft nicht habe, mich abzugrenzen, dann holt diese Person mich aus dem Glück heraus. Jetzt kann man natürlich sagen, diese Person hat mich herausgeholt und ich treffe diese nie mehr - das kann man machen. Oder aber man kann sagen: «Okay, ich bin glücklich, wenn ich zu Hause bin, wenn ich Menschen treffe, die grenzüberschreitend sind, bin ich nicht glücklich. Ich möchte schauen, dass ich da stärker werde, damit ich auch glücklicher sein und bleiben kann, wenn jemand grenzüberschreitend ist.» Also, es geht eigentlich darum, eine ganzheitliche Widerstandsfähigkeit im gesamten Energiefeld aufzubauen. Und dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass man das Glück halten kann, sehr hoch.

Du meinst damit also, innere Stabilität aufzubauen?

Genau. Denn aus der inneren Stabilität heraus entsteht dann Leichtigkeit. Es entsteht ein Lebensgefühl, und man ist auch widerstandsfähig genug, bei schwierigen Situationen positiv zu bleiben. Und das löst dann natürlich ein Gefühl aus, dass man sich glücklich fühlt.

Es gibt die Situation, dass man grundsätzlich glücklich ist und dann aber verschiedene Ereignisse im Leben passieren, die diese innere Stabilität erschüttern. Wie erklärst Du das?

Das ist richtig. Jetzt muss ich aber differenzieren: 
Ich sage es wieder ein wenig provokativ: Wenn alles läuft, ist es kein Problem oder zumindest einfacher, glücklich zu sein. Ich glaube, die Herausforderung ist, glücklich zu bleiben, wenn es nicht gut läuft. Und auch wenn es nicht gut oder schwierig läuft, sich mindestens die Zufriedenheit zu erhalten oder bewahren zu können.

Wenn man nun merkt, dass diese innere Stabilität ins Wanken geraten ist. Was empfiehlst du hier, wie kann man am besten darauf reagieren?

Ich glaube, wenn die innere Stabilität und das innere Glück ins Wanken geraten, macht es Sinn, dass man versucht, für eine kurze Zeit aus dieser Situation herauszutreten. Das eigene Glück und die eigene Zufriedenheit wieder zu finden und dann wieder mit dieser zurückgewonnenen Zufriedenheit, mit diesem zurückgewonnenen Glück in die Situation hineingeht.

Also, dass man nicht sagt: «Ah, das Glück ist weg oder ich will die Situation nie mehr haben.» Sondern dass man versucht, aus der Situation herauszugehen, die Kraft des Glücks zu nehmen, um die Probleme zu lösen und zu bewältigen. Und das könnte man sagen, das ist so eine kleine Glücksstrategie, mit der man versucht, mit dem Glück vorhandene Probleme zu lösen, weil Glück ja auch sehr viel Kraft und Stärke auslöst.

Heisst das auch, in solchen Momenten einen Schritt zurück zu machen, um  gewisse Dinge weniger persönlich zu nehmen?

Das hilft stark beim Glücklichsein und diese Frage zu beantworten gäbe jetzt bereits ein weiterer Podcast! ;)
Ich hole mal kurz aus: Menschen verhalten sich eigentlich grundsätzlich den meisten Menschen gegenüber gleich. Und wenn wir selbst betroffen sind, haben wir immer das Gefühl, dass jemand das nur mit uns macht. Ich habe also das Gefühl, der ist jetzt mit mir gemein und meint es persönlich. Aber das wird in den meisten Fällen jemand sein, der eigentlich mit den meisten Leuten gemein ist. Und wenn man versucht, das Verhalten der Menschen, denen man begegnet, weniger persönlich zu nehmen, sondern objektiver zu betrachten, das heisst, die Situation zu betrachten, ich sage mal, ein wenig aus der Vogelperspektive, dann gibt es automatisch eine Leichtigkeit, und diese erhöht, dass man auch in schwierigen Situationen, glücklicher ist

Und sich dadurch weniger runterziehen oder sich von aussen diktieren lässt? 

Genau, da kann man sagen, das könnte man auch mathematisch berechnen:
Wie gross ist mein Glück, wie gross ist meine innere Stärke? Und wenn das (die Kritik von aussen) grösser ist als meine innere Stärke und mein Glück, dann falle ich aus mir heraus. Sind meine innere Stärke und mein inneres Glück jedoch grösser, dann bleibe ich im Glück. Und darum macht es auch Sinn, an der Stärke, am Glücklichsein zu arbeiten, damit man resilienter bleibt und, ich sage mal, in der Welt des Glücks zu Hause bleiben kann.

Wenn du das Glück aus der Perspektive der Energiefeldmechanik betrachtest. Wie arbeitest du hier, dass man ebendieses Glück, wieder ein bisschen auffüllen kann?

Für mich hat Glück ganz, ganz stark mit funktionierenden Energiefeldern zu tun. Und somit ist jemand, bei dem ich arbeite, der dann mit der Zeit Glücksgefühle empfindet oder es ihm besser geht, ich sage mal, nicht beabsichtigt, sondern das ist die Folge funktionierender Energiefelder. Ich arbeite also nicht daran, dass jemand glücklich wird, sondern ich arbeite daran, dass die Energiefelder funktionieren und eine Folge eines gut funktionierendes Energiefeldes ist, dass man glücklicher ist, dass man sich zufriedener fühlt und dass es einem wohler ist.

Und wenn jetzt jemand mit der Energiefeldmechanik glücklicher ist, wie merken Betroffene das?

Das merkt nicht jeder gleich schnell, gleich stark. Es hat sich in den letzten Jahren eine spannende Erfahrung herauskristallisiert. Es gibt Menschen, die werden glücklicher, und sie merken es nicht - sondern das Umfeld merkt es zuerst.

Der Grund, warum man nicht merkt, wenn man glücklicher ist, hat damit zu tun, dass man sich vielleicht auf andere Dinge konzentriert, einen anderen Fokus setzt oder noch Probleme hat, die noch nicht gelöst sind und einem das Glück noch nichts nutzt. Eine andere Variante ist, dass man eigentlich immer noch überfordert ist, obwohl man glücklicher ist, und man dadurch immer noch Stress hat und dadurch das Glück überlagert ist. Ich mache ein Beispiel: Jemand hat tausend Euro Schulden und kann pro Monat zehn Euro abbezahlen. Dann hat er natürlich jeden Monat weniger Schulden, das wäre ein Grund, um glücklich zu sein. Aber es dauert dennoch relativ lange, bis man mit zehn Euro tausend Euro Schulden abbezahlt hat. Dies bewirkt, dass obwohl es besser wird, es zu wenig ist, und das wird dann nicht als Glück empfunden. Und das ist das, was schwierig ist, weil jeder Mensch andere Empfindungskriterien hat. Der eine ist 60% glücklicher und sagt, wow, endlich beginnt es. Und der andere ist 60% glücklicher und sagt, ja, was nützen mich die sechzig Prozent, mir fehlt ja noch das und das zum Glück. Und ich glaube, ob man es spürt, hat mit ganz vielen Komponenten zu tun. Und manchmal spürt es das Umfeld schneller.

Hat das vielleicht auch damit zu tun, dass man das Gute sehen soll? Sich mehr darauf konzentriert und dadurch die Chance hat, wieder in die "Glücksstrasse" einzubiegen?

Auf jeden Fall. Ich sage mal, glücklich zu sein, hat damit zu tun, dass man sich an dem orientiert, was möglich ist, was geht. Und unglücklich sein, hat oft damit zu tun, dass man sich an dem orientiert, was nicht geht und was nicht möglich ist. Und was ganz spannend ist, wenn man sich an dem orientiert, was geht, dann kann man auf einmal Dinge lösen, die vielleicht früher nicht möglich gewesen wären. Und somit kommt man eigentlich, wenn man sich auf das fokussiert und konzentriert, was möglich ist, im Leben grundsätzlich weiter. Und das ist sicher auch ein Grund, warum man mit dieser Einstellung tendenziell glücklicher ist.

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