Ich suchte einen neuen Ansatz, um zu helfen wenn Gespräche nicht wirken.

Schon als Junge wunderte ich mich, weshalb einige Menschen einfacher durchs Leben kommen als andere. Diese Frage faszinierte mich und war der Beginn meiner Suche nach dem Warum.

Vimeo

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Vimeo.
Mehr erfahren

Video laden

PGlmcmFtZSBpZD0idGhldmlkZW8iIHNyYz0iaHR0cHM6Ly9wbGF5ZXIudmltZW8uY29tL3ZpZGVvLzQwNTQ2ODg3MD9hcGk9MSIgd2lkdGg9IjEwMCUiIGhlaWdodD0iMzYwIiBmcmFtZWJvcmRlcj0iMCIgYWxsb3dmdWxsc2NyZWVuPSJhbGxvd2Z1bGxzY3JlZW4iPjwvaWZyYW1lPg==

Dieses Interview ist eine Transkription. Der Text wurde 1:1 vom Video-Podcast übernommen und nur leicht bearbeitet, um den Inhalt nicht zu verfälschen. Wir behalten uns vor, die Texte zu einem späteren Zeitpunkt zu überarbeiten.

Was bewegt dich, mit Menschen zu arbeiten?

Für mich ist es sehr spannend, mit Menschen zu arbeiten. Ich habe dadurch in meinem Leben viel gelernt. Es für mich wie knobeln, wo die Probleme und die Funktionsstörungen liegen. Wie ein Rätsel, das ich lösen muss.

Die sehr komplexen Wechselwirkungen, welche ich bei jedem Menschen aufs Neue entdecken muss, sind für mich sehr spannend.

Das motiviert mich sehr, mit den Menschen zu arbeiten. Ich freue mich, wenn ich Menschen helfen kann und es ihnen gut geht. Und gerade weil ich gerne knoble, bin ich auch nach über 20 Jahren top motiviert, Probleme zu lösen.

Wie hast du gemerkt, dass du den Menschen helfen kannst?

Wann der Zeitpunkt war, kann ich im Nachhinein nicht sagen. Ich merkte als Kind, dass ich die Menschen verstehe, sie lesen und für sie da sein kann. Das machte ich gerne und tat mir gut. So ist mein Weg entstanden, Menschen zu helfen.

Richtig sichtbar wurde es in der Pubertät, bei Gesprächen mit meinen Freunden. Mir fiel auf, dass ich Leute gut erfassen und gute Antworten geben kann. Das waren die ersten unspektakulären Anfänge.

Später erkannte ich, dass ich Menschen lesen kann. Ich merkte, dass andere Menschen das nicht oder nicht so gut konnten. Das erstaunte mich sehr.

Heute werde ich gefragt, warum ich das sehe. Am liebsten stelle ich die Frage jeweils zurück: «Warum siehst du es nicht?» Denn für mich ist es normal, Energien zu sehen und Menschen zu lesen.

Was war das für ein Ereignis?

Im privaten Umfeld beim Handaufleben. Nach dem Handaufleben waren die Probleme dieser Person gelöst. Mir wurde klar, dass ich Potenzial habe und setzte mich weiter damit ausseinander.

Du beschreibst in deiner Arbeit die Funktionsstörungen. Wie entstand dieser Begriff?

Mit 16 Jahren begann ich damit, mich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich ging der Psyche auf den Grund, wollte Psychologie studieren.

Ich fragte mich, warum gewisse Menschen ihre Probleme lösen und andere nicht. Ich selber versuchte anfangs, Probleme von Freunden mit Gesprächen zu lösen. Merkte irgendwann jedoch, dass Gespräche nicht helfen.

In den Anfängen meiner Selbständigkeit, begleitete ich eine Frau, die sich nicht abgrenzen konnte. Ich erklärte ihr, wie sie sich abgrenzen kann, worauf sie achten muss. Sie verstand es. Wir waren uns einig. Es bewirkte nichts. Wir wiederholten die Sitzungen zwei- dreimal, ohne Erfolge. Entweder konnten wir es mit weiteren Sitzungen versuchen oder damit beginnen es von einer anderen Seite zu betrachten.

Weil ich mich zu dem Zeitpunkt intensiv mit Energien auseinandergesetzt hatte, versuchte ich einen anderen Ansatz. Ich fragte mich was passiert, wenn ich Funktionsstörungen instand setze anstatt über das Problem zu sprechen.

Diese Instandsetzung hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt nur an mir selber durchgeführt. Ich versuchte den Fokus auf mich zu richten, um meine Probleme zu lösen und mir zu helfen.

Nach einiger Zeit kam die Frau erneut in einen Sitzungstermin. Sie berichtete, dass sie sich in einem Bereich abgrenzen konnte, über den wir vorher nicht gesprochen hatten.

Das war hochspannend für mich, denn dies war keine Auswirkung aus den vergangenen Gesprächen. Was mich ausserdem motiviert hat, war ihre Aussage: «Ich habe einfach nein gesagt.» Sie musste sich nicht mehr die Fragen stellen: «Was muss ich jetzt tun? Wie muss ich mich verhalten?», es geschah ganz natürlich .

Das war die erste Funktionsstörung, die ich bewusst wahrgenommen hatte. Jetzt erkannte ich, warum sie ihr Problem nicht mit Gesprächen lösen konnte.

Seit wann kannst du Funktionsstörungen wahrnehmen?

Rückblickend kann ich sie seit der Kindheit wahrnehmen. Ich spürte, wenn bei Menschen etwas nicht stimmte und sie überfordert waren. Für mich war es unerklärlich, wieso der eine damit Probleme hat und der andere nicht.

Mit dem Erwachsenwerden, über die Jahre, fand ein Prozess der Bewusstwerdung statt. Ich konnte mich besser reflektieren, bis ich gezielt Funktionsstörungen im Energiefeld wahrnehmen konnte.

Was möchtest du mit der Arbeit an Funktionsstörungen erreichen?

Für mich ist es wichtig, dass Menschen unabhängig, in ihrer Kraft und Souveränität sind und ihr Leben leben. Wenn ich Menschen mit der Arbeit an Funktionsstörungen begleite, merke ich, dass sich diese Eigenschaften verstärkt entwickeln.

Es ist für mich sehr schön, wenn Menschen nach einer gewissen Zeit ihre Ängste und Probleme überwinden. Ich erhalte am Ende einer Unterstützung positive Feedbacks von Klienten, die sich wieder abgrenzen und durchsetzen. Übrigens ist es im Energiefeld sichtbar, wenn Menschen ihren Weg gehen, ohne durch Funktionsstörungen blockiert zu werden.

Das ist für mich das Schönste und der Lohn für meine Arbeit: Zu sehen, wie Menschen aufblühen, in ihre Kraft und Stärke kommen.

Was fasziniert dich am meisten an deiner Arbeit an Funktionsstörungen?

Die Faszination bleibt bei der Funktionsweise der Energiefelder. Ich bin ein Nerd, der einen Zwang hat, Probleme von Menschen in den Energiefeldern lösen zu wollen. Mein Glück ist, dass sich das auf meine Arbeit beschränkt. In meiner Freizeit und in meinem Privatleben kann ich es zur Seite legen.

Wenn ich Jemanden mit der Fernbehandlung begleite, habe ich ein starkes inneres Bedürfnis, die Ursachen der Probleme zu lösen. Ich kann innerlich nicht ruhen, bis ich es lösen kann. Gut ist, es ist ein kontrollierter Zwang. Er wirkt sich positiv auf meine Arbeit aus, macht mich neugierig und bewirkt, dass ich am Thema dranbleibe.

Du vergleichst dich mit einem Mechaniker. Mit der Fernbehandlung bietest du die Reparatur aus der Ferne an – weshalb?

Zur Fernbehandlung gibt es eine Entstehungs-Geschichte. Zu Beginn begleitete ich Menschen mit Gesprächen, anhand der Analyse ihrer Energiefelder, in meiner Praxis. Später begann ich, Funktionsstörungen zu beheben. Ein Klient war für längere Zeit im Ausland. Davor war er bei mir in Sitzungsterminen, war zufrieden und wurde laufend stärker.

Im Ausland ging es ihm nicht mehr so gut. Er meldete sich und fragte, ob ich ihm nicht helfen kann. Zu Beginn in Form von Telefongesprächen, merkte aber, dass ich nicht weiterkomme. Deshalb begann ich aus der Ferne an den Funktionsstörung zu arbeiten. Es stellten sich relativ schnell Erfolge ein und ich begleitete ihn über einige Monate hinweg. Weil er vor seinem Auslandaufenthalt schon fast in seiner Stabilität war, waren seine Probleme bald komplett gelöst.

Darauf meldeten sich weitere Klienten, die zu weit weg wohnten, um in die Praxis zu komme, bei mir. Zu aufwändig und zu umständlich sei die Reise oder sie könnten nicht von der Arbeit weg. Bald drauf entstand die Monats-Fernbehandlung, mit der ich Menschen über 30 Tage begleitete.

Du behebst die Funktionsstörungen mit der Fernbehandlung?

Ja, genau.

Wie ist die Fernbehandlung entstanden?

Die Fernbehandlung ist mit der Geschichte entstanden, die ich vorher erzählt habe. Ich habe gemerkt, dass ich in den Sitzungen nicht so schnell vorwärtskomme. Es hätte mehr Sitzungen gebraucht. Stattdessen habe ich begonnen, zusätzlich zur Sitzung mit der Fernbehandlung zu arbeiten.
In der Zwischenzeit hatte sich die Sitzung stark verändert. Es ging im Wesentlichen noch darum, dem Gegenüber aufzuzeigen, warum er Funktionsstörungen hat. Für die Instandsetzung der Energiefelder und für die Arbeit an Funktionsstörungen ist das aus meiner Sicht nicht entscheidend.

Somit ist die Fernbehandlung die Behandlung um an den Funktionsstörungen zu arbeiten. Die Sitzung dient mittlerweile als eine leichte Form der Unterstützung.

Wann sollte man deine Unterstützung aufsuchen?

Grundsätzlich wenn ich merke, dass ich selber nicht weiterkomme. Wenn mir die Kraft fehlt, Dinge zu erledigen, wie ich es möchte. Wenn mein Leben Rückenwind braucht und ich Verschiedenes ausprobiert habe. Wenn ich merke, dass ich überfordert und ratlos bin. Wenn man andere Wege gehen, stärker werden und mehr in der eigenen Kraft sein will.

Es geht nicht darum in der in der Gesellschaft zu funktionieren. Auch nicht darum, im Rad drin bleiben zu können. Niemand muss funktionieren, wenn er das nicht will. Für mich geht es um die Funktionen der Energiefelder und dass wir für uns im eigenen Leben funktionieren. Was jeder daraus macht, liegt an einem selber. Wenn das Auto repariert wurde, fährt es, wohin man möchte.

Deine Aufgabe besteht seit über 20 Jahren darin, andere zu unterstützen. Warum bist du nicht ausgebrannt?

Zu Beginn meiner Arbeit lernte ich viele Menschen kennen, die ähnliche Interessen hatten. Auch sie versuchten mit Energien zu arbeiten. Was mir auffiel, waren Leute, die sagten «Ich fühle mich erschöpft, nachdem ich Menschen helfe. Ich kann nicht mehr als zwei Menschen pro Tag begleiten. Ich brauche Erholungszeit, ich fühle mich ausgelaugt. Ich muss auf meine eigenen Energien schauen.» Das irritierte mich. Ich bin ich jemand, der gerne arbeitet und gerne viel arbeitet. Ich wollte mich nicht einschränken lassen, indem ich zwei Menschen pro Tag begleite. Diese Vorstellung gefiel mir nicht.

Ich versuchte herauszufinden, warum diese Menschen auslaugen und zu wenig Kraft haben. Mir fiel auf, dass sie ihre eigene Lebenskraft oder irgendeine Energie übertragen.

Gebe ich jemandem Energie, löse ich sein Problem zwar kurzfristig, verursache bei mir selber ein Problem und muss mich regenerieren. Das Gegenüber braucht meine Energie und kommt erneut, wenn diese aufgebraucht ist. Ich wollte nicht als Tankstelle für Menschen fungieren. Das gab mir das Gefühl missbraucht zu werden, damit es anderen Menschen gut geht. Ich muss jedoch dafür sorgen, dass es mir selber auch gut geht.

Das Ziel meiner Arbeitsweise ist, dass ich stärker werde und gleichzeitig Menschen helfe, stärker zu werden. Deshalb kann ich ohne Probleme lange Sitzungen in Folge geben, ohne müde zu werden. Selbstverständlich bin ich nach einem Arbeitstag müde, aber nicht, weil ich Energie weitergebe. Das habe ich für mich herausgefunden, wie das funktioniert.

Kannst du dir auch selbst helfen?

Auf jeden Fall. Bevor ich mit Menschen gearbeitet habe, konnte ich mir selbst schon sehr gut helfen. Weil ich an Funktionsstörungen arbeite, habe ich natürlich sehr viel dazugelernt und konnte als Wechselwirkung daraus mir selbst noch mehr helfen.

Natürlich habe auch ich heute noch Funktionsstörungen, an denen ich weiterarbeite. Das ist normal, gehört zum Leben. Ich habe aber keine Funktionsstörungen mehr, die mich stark beeinträchtigen. Diese konnte ich in meinen 40ern zurücklassen.

Gibt es Funktionsstörungen, die du bis jetzt noch nicht lösen konntest?

Früher brauchte ich für diffizile, komplexe Funktionsstörungen bis zu fünf oder zehn Jahren. Ich spreche davon bis ich verstanden habe, was eigentlich nicht funktioniert und wie ich diese lösen konnte.

Heute gibt es eigentlich noch eine etwas, das ich noch nicht kann: Menschen, die sich überhaupt nicht motivieren. Die eine Entwicklung verweigern. Nicht weil sie verletzt sind, sondern weil sie nicht wollen und sich damit selber schädigen.

Dieser Sache bin ich heute noch auf der Spur: «Ist das eine Funktionsstörung oder ist es keine?»

Ich bin der Antwort näher als noch vor zehn Jahren. Aktuell setze ich mich oft mit der Frage auseinander: Wenn jemand blockiert und nicht will, obwohl er wollen müsste. Was funktioniert hier nicht richtig?

Ich mache ein Beispiel: Es gibt einen grünen und einen roten Knopf. Drückst du auf den grünen Knopf, kommt alles gut. Drückst du auf den roten Knopf, bleibt alles, wie es ist.
Nun gibt es Menschen, die den roten Knopf drücken. Nicht, weil sie überfordert sind oder weil sie nicht können oder wollen. Sondern weil es ihre Entscheidung ist. Es ist viel komplexer als ich es jetzt beschreibe. Diesem Verhalten bin ich seit Jahren auf der Spur und bin gespannt, welches Ergebnis am Ende herauskommt.

Betreibst du Forschung zu den Funktionsstörungen?

Ja, auf jeden Fall. Mit jeder Fernbehandlung, die ich mache, mit jeder Arbeit an den Funktionsstörungen lerne ich daraus. Ich bekomme neue Eindrücke und werde mit neuen Situationen konfrontiert.

Was ich schade finde ist, dass die Forschung zu kurz kommt. Mein Traum wäre es, in Zukunft mehr Zeit zu haben, um mich vertieft mit der Forschung an den Energiefeldern auseinanderzusetzen.