Warum und wie entstehen Ängste

Warum und wie entstehen Ängste

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Dieses Interview ist eine Transkription. Der Text wurde 1:1 vom Video-Podcast übernommen und nur leicht bearbeitet, um den Inhalt nicht zu verfälschen. Wir behalten uns vor, die Texte zu einem späteren Zeitpunkt zu überarbeiten.

Was ist Angst?

Angst ist ein Signal, dass man etwas nicht bewältigen kann. Es ist eine Überforderung, die uns allarmiert. Deshalb sollte Angst als Hilfe gesehen werden. Sie macht uns auf etwas aufmerksam und sie erhöht unsere Aufmerksamkeit. Gerade diese
Aufmerksamkeit ist wichtig, damit man dort hinschaut, wo das Problem liegt.

Wie kann uns das im Alltag helfen und wie ist es mit Menschen, die in dauernder Angst leben? Wie ist es, wenn die Angst kein Signal oder Zustand ist?

Hier beginnt meine Arbeit an Funktionsstörungen. Wenn man in einer dauernden Angst ist, sind die Energiefelder überfordert damit, Reize zu verarbeiten. Es ist anders als bei der Hochsensibilität, wo das Energiefeld die Impulse an den Falschen Ort weiterleitet. Hier gibt es einen Verarbeitungs-Stau. Leidet man unter Angst, steht man im Stau der Verarbeitung, weshalb bei Angst oft die Ohnmacht und Bewegungslosigkeit beschrieben wird. Wie im Stau zu stehen eben.

Das heisst, es fehlt die Kraft und der Rückhalt diesen Stau zu lösen. Wenn man stärkere Energien hat, können Ängste besser verarbeitet werden. Man bleibt in der Klarheit und wird durch die Angst nicht gelähmt oder
gestresst.

Menschen mit Ängsten leben in einem grossen Stress und sind im Leben äusserst eingeschränkt. Intensiv wird es, wenn die innere Stärke so abgenommen hat, dass man vor allem Angst hat und sich zurückzieht. Doch irgendwann ist kein Rückzug mehr möglich und dann wir der Leidensdruck oft unaushaltbar. Deshalb ist es bei Ängsten viel wichtiger innere Stärke aufzubauen, als sich mit der Angst zu konfrontieren. Die reine Konfrontation ohne den Aufbau innerer Stärke bringt in den meisten Fällen keine nachhaltige
Veränderung.

Warum und wie entstehen Ängste, aus der Arbeit an Funktionsstörungen betrachtet?

Ängste sind grundsätzlich eine Überforderung bei der Verarbeitung von Informationen. Das heisst, wenn ich etwas sehe oder erlebe, das mich überfordert und Stress auslöst, löst es eine natürliche Angst aus. Ein wichtiger und normaler Prozess, um mich vor Dingen zu schützen, die ich nicht bewältigen kann.

Ein Beispiel dazu: Bevor ich aus hundert Metern herunterspringe, schaue ich hinunter und sehe, dass die Höhe mich überfordert – und springe nicht. Es gibt auch Ängste, die einem überfordern, obwohl es kein Problem sein sollte. Zum Bespiel die Angst, einkaufen zu gehen oder die Angst, dass einem etwas passiert, obwohl es eigentlich nicht gerechtfertigt ist.

Diese Ängste beruhen darauf, dass ein Energiefeld und die Funktionen gestört sind. Das Energiefeld ist so gereizt, dass Informationen, die verarbeitet werden müssten, eine starke Reizung auslösen und Ängste daraus entstehen. Es ist mit einer frischen Hautschürfung zu vergleichen: Wenn ich sie bloss leicht berühre, schmerzt sie.

Menschen, die sehr starke Ängste spüren, haben ein überreiztes Energiefeld. Diese Überreizung bewirkt, dass einfache Informationen nicht mehr richtig verarbeitet werden. Dadurch werden übermässige Ängste ausgelöst.

Welcher Bereich läuft nicht rund, wenn uns Ängste plagen?

Ängste haben viel mit dem Rückhalt zu sich selber und der Widerstands-Fähigkeit zu tun, mit Situationen schnell umgehen zu können. Oft ist einer dieser Bereiche durch eine Funktionsstörung beeinträchtigt und dadurch entstehen Ängste, die ungerechtfertigt sind.

Für mich ist es aber wichtig zu sagen: Es gibt Ängste, die der Mensch braucht, die gesund sind. Es gibt aber Ängste, die belasten und aus Funktionsstörungen resultieren. Hier geht es darum, wieder Vertrauen, mehr Rückhalt und Stabilität zu gewinnen um mit diesen Situationen besser umzugehen. In der Regel müssen Funktionsstörungen behoben werden weil Gespräche in vielen Fällen zu wenig helfen.

Resultieren Ängste aus Erfahrungen?

Ängste können aus persönlichen Erfahrungen resultieren. Wenn ich in einer Situation bin, die mich massiv überfordert und mir Angst macht. Bin ich erneut in dieser Situation, erinnert sich mein Energiefeld, mein Unterbewusstsein daran und ich werde mit stärkeren Ängsten konfrontiert. Das ist wie eine Frühwarnung, damit mir nicht nochmals dasselbe passiert. SK: Widerspricht sich das nicht

Ist jemand traumatisiert hat er diese Frühwarnung ebenfalls, ungerechtfertigt. Auch dann, wenn das erste Erlebnis diesen Menschen derart überforderte, dass er panikartige Zustände hatte. Es kann sein, dass der Betroffene in einer ähnlichen Situation erneut übermässig reagiert, obwohl es nicht dieselbe Situation ist.

Ich mache ein Beispiel: Ich fuhr auf einer Autobahn, hatte einen Unfall und bin traumatisiert. Nach drei Monaten fahre ich wieder auf der Autobahn und erleide Panikattacken, obwohl alles in bester Ordnung ist. Aufgrund der Erinnerung bin ich überfordert, weil die Funktionsstörungen noch nicht ganz gelöst wurden.

Was können Betroffene gegen ihre Ängste tun?

Es gibt zwei Arten von Ängsten. Es gibt Ängste, denen man sich stellen muss. Bei kleinen Ängsten empfehle ich, zu versuchen, sie Schritt für Schritt zu überwinden. Ich gebe ein Beispiel: Jemand hat Angst davor einzukaufen. Hier empfehle ich, in den Laden hineinzugehen, ein Produkt zu kaufen und hinauszugehen. Zwei Tage später erneut hineinzugehen und wieder ein Produkt zu kaufen. So gewöhnt man sich langsam an seine Ängste und lernt diese zu überwinden.

Hat jemand Panik davor das Einkaufszentrum zu betreten, sollte man diese nicht überwinden. Dadurch verstärkt sie sich zusätzlich. Hier arbeite ich daran, dass man vertraut, mehr Rückhalt und Stabilität erhält um mit solchen Situationen besser umgehen zu können. In der Regel sind das Funktionsstörungen im Energiefeld. Diese müssen behoben werden weil Gespräche oft zu wenig helfen.

Wie kann ich selber einschätzen, ob ich mich der Angst stellen soll oder nicht?

Grundsätzlich es so, dass es bei Ängsten keinen fliessenden Übergang gibt. Es gibt keine leichte, mittlere oder schlimme Ängste. Es ist eine exponentielle Kurve, die hochschiesst. Sobald sie anzusteigen beginnt, gerät man in Panik und hat keine Kraft mehr, die Angst zu überwinden. Das Ziel ist also die Kraft zu haben, sich zu überwinden und es zu versuchen.

Panische Ängste sollte man nicht überwinden. Hier braucht es eine Begleitung weil es zu einer Verstärkung oder zu einer erneuten Traumatisierung kommen kann. Es bringt nichts, sich während einer Panikattacke zu sagen, dass nichts passieren kann und alles in Ordnung ist. Der Grund dafür ist, dass man in einer permanenten Notlage und überfordert ist.

Wie kann eine Fernbehandlung helfen, besser mit Ängsten umzugehen?

Die Fernbehandlung kann einerseits helfen, an den Funktionsstörungen zu arbeiten um die Ursachen zu beheben. Sie kann helfen, dass das gesamte Energiefeld gestärkt wird um Rückhalt und Stärke zu erlangen. Das bewirkt, dass mehr Ressourcen und Kraft vorhanden sind um besser mit diesen Ängsten umzugehen.

Hat man wenig Kraft und grosse Ängste, muss man nicht die Ängste kleiner machen. Das ist sehr schwierig. Man sorgt dafür, dass die Kraft so gross wird, dass die Ängste kleiner als die eigene Kraft sind. Dadurch können die Ängste überwunden werden.

Du sagt, dass sich das Energiefeld sich erinnern kann. Werden darin unsere emotionalen Erlebnisse gespeichert?

Ja, unser Energiefeld speichert diese. Vor allem dann, wenn sie Funktionsstörungen auslösen. Spannenderweise wird der Speicher geleert sobald die Funktionsstörungen gelöst und die Ursachen behoben sind. Funktioniert das Energiefeld wieder richtig, verblassen diese Erinnerungen.

Das heisst: Negative Erlebnisse, die Ängste auslösen, die nicht verarbeitet werden sind ein Zeichen dafür, dass Funktionsstörungen noch nicht behoben werden konnten. Das kann bei grossen Ängsten, die lange bestehen seine Zeit brauchen bis man die Stabilität und der Rückhalt bekommt.

Manche möchten, dass ihre Erinnerungen nie verblassen und halten sich daran fest. Blockieren sie sich damit selber?

Ich mache ein Beispiel: Das Leben ist wie ein Fluss. Das ist eine klassische Aussage, die stimmt. Ich sitze in einem Boot und bewege mich vorwärts, zurück kann ich ja nicht. Versucht man sich an etwas festzuhalten, dass am Flussrand ist, beginnt das Boot quer zu liegen. Man fällt aus dem Lebensfluss heraus, bekommt Schieflage und kommt nicht mehr weiter.

Menschen, die nichts loslassen wollen und sich an der Vergangenheit festhalten, sind irgendwann in der Vergangenheit gefangen. Die Vergangenheit wird grösser, die Gegenwart und die Zukunft verschwinden und das kann grosse Ängste auslösen. Die Angst vor Neuem oder etwas nicht mehr bewältigen zu können, kann in einer Form von Lebensflucht resultieren. Diese Ängste können aus dem Verhalten oder aus Funktionsstörungen entstehen. Wichtig ist das Gelebte im Leben hinter sich zu lassen. Wichtig ist, weiterzuziehen und sich zu entwickeln damit die Probleme bewältigt werden können.

Kannst du auch bei Prüfungsangst helfen?

Grundsätzlich gebe ich keine Garantie für meine Arbeit. Betroffene sind mit dem Stress und dem Druck während einer Prüfung oft überfordert und haben zu wenig Rückhalt.

An Prüfungstagen mache ich in der Regel Symptom-Fokussierungen. Hier empfiehlt es sich vorher mit der Fernbehandlung zu beginnen, damit ich das gesamte System stärken kann. Das bewirkt, dass man widerstandsfähiger wird. Das ist wichtig, damit ich an Prüfungstagen so unterstützen kann, dass man in die Ruhe und Kraft kommt. Je ruhiger man ist, desto offener ist der Horizont und umso mehr gelernte Informationen werden somit abgerufen. Eine Fernbehandlung am Prüfungstag befreit natürlich nicht davon, sich auf die Prüfung vorzubereiten.